Die SP Ständeratskandidatur

Man sagt, das Projekt sei chancenlos. Und die Erfahrungen haben das gezeigt. Weder Katrin Hilber noch Hilde Fässler vermochten in den vergangenen Jahren genügend Stimmen auf sich zu vereinigen. Wie sich aber gezeigt hat, hätten beide auf ihre je eigene Weise den Kanton St. Gallen so im Ständerat vertreten, dass der Blick von „Bundes-Bern“ immer wieder auf diesen Kanton gefallen wäre. Einsatz, Medienpräsenz, Voten, die aufhorchen lassen, fundierte Arbeit – damit wären wir präsent gewesen. Und ins Rampenlicht gerückt wäre, was uns hier, am östlichen Rand der Schweiz, immer wieder schmerzt und ärgert, in vielen Fällen auch existentiell bedroht: Dass es ein Irrglaube ist, dass der Kanton St. Gallen eine zu vernachlässigende Randregion sei.
Katrin Hilber und Hilde Fässler zeigen das heute in und mit ihrer heutigen politischen Arbeit trotz der früheren Nicht-Wahl. Und Heidi Hanselmann, die von der SP für den Ständerat nominiert worden ist, wird dies, wenn sie in den Nationalrat gewählt wird, auch auf dieser Ebene schaffen. Trotzdem: Eine Ständerätin mit ihren Qualitäten kann noch mehr bewirken.
Heidi Hanselmann ist Bergsteigerin. Auch wenn nicht in jedem Fall Sport und Lebenshaltung identisch sein müssen, hier zeigen sich ihre Stärken: Umsichtige und genaue Planung, weil der Berg keine Nachlässigkeit verzeiht, der lange Atem, weil der Weg in jedem Fall weit und die Witterung unbeständig ist, das sichere und furchtlose Vorangehen, weil hoch droben die Angst in die Tiefe reisst.
Wer je mit Heidi Hanselmann unterwegs war, ihr zuhörte, aus der Distanz ihr Weitergehen verfolgte, weiss: Sie ist auf ihre jeweiligen Aufgaben besser vorbereitet als die meisten von uns. Ob sie nun im Kantonsrat, in einer Kommission oder im Bereich der Fortbildung tätig ist, der Koffer, den sie dabei hat, enthält, was wichtig ist: Wissen und fundierte Argumente. Und sie scheut keinen Weg, sich für das, was sie für richtig befunden hat, einzusetzen. Sie beobachtet, sie sucht Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner und sie richtet ihren Blick auf das Ziel hin, die Sache – ob dies nun die Stellung der Arbeitnehmenden, die Frage nach bezahlbaren Krankenkassenprämien, das kantonale Spitalsystem oder die Bekämpfung der Sparmassnahmen im Bildungsbereich… ist. Und sie beobachtet weiter. Hinter jedem Berg taucht eine neue Wand auf. Da kann man sich nicht zur Ruhe setzen, das Erreichte für den letzten Gipfelpunkt halten. Da braucht es immer neue Innovation. Dass uns diese in der Schweiz wichtiger sein müsste, als sich das in der Realität zeigt, wird durch Studien zu unserer Wirtschaftslage immer deutlicher. Dass Heidi Hanselmann hier einiges bewirken könnte, macht sie zu einer Ständeratskandidatin, die eine Chance haben muss, für uns eine Chance ist.

Ruth Erat
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